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1 Jahr "Blaue Karte EU"

Blaue Karte EU  EU Blue Card
Fragen und Antworten zur Blauen Karte EU
Vorteile

Erteilung einer "Blue Card"
§ 19a AufenthG

Die "Blaue Karte EU" ermöglicht es hochqualifizierten Ausländern, sich in Deutschland aufzuhalten und einen Beruf auszuüben. Die Karte soll vor allem Hochschulabgängern den Aufenthalt in der Bundesrepublik erleichtern. Die Blaue Karte EU wird für höchstens vier Jahre erteilt. Wenn das Arbeitsverhältnis für weniger als vier Jahre bestehen soll, es also befristet ist, wird die Blaue Karte für die Dauer des Arbeitsvertrags plus drei Monate erteilt. Sie kann danach verlängert werden bzw. es kann eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden.

Inhaber einer Blauen Karte EU, die diese seit 18 Monaten besitzen, haben das Recht, in einen anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union (Ausnahme: Großbritannien, Irland und Dänemark) weiterzuwandern. Dies ist in fast allen EU-Staaten ohne Beantragung eines Visums möglich. Zudem darf sich der Inhaber der Blauen EU Karte bis zu 12 Monate außerhalb der EU aufhalten, ohne das Aufenthaltsrecht in Deutschland bzw. der EU zu verlieren.

Visumverfahren

Für die Einreise zum Zweck der Erwerbstätigkeit wird in der Regel ein Visum benötigt, welches bei einer deutschen Auslandsvertretung (Botschaft oder Konsulat) beantragt werden muss. Informationen über das Visumverfahren sind im Internetangebot des Auswärtigen Amtes zu finden.

Das Visumverfahren ist für Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Korea nicht erforderlich. Diese können sich direkt an die örtlich zuständige Ausländerbehörde wenden.

Der Visumantrag wird von der Deutschen Auslandsvertretung, gegebenenfalls unter Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV), bearbeitet.

Nach der Einreise und nach der Anmeldung des Wohnsitzes bei der Meldebehörde, ist die Beantragung der Blauen Karte EU bei der Ausländerbehörde notwendig.


Voraussetzungen

(Gilt nicht für Unionsbürger und Staatsangehörige der Schweiz, von Island, Liechtenstein und Norwegen)

Ausländischen Staatsangehörigen wird eine Blaue Karte EU erteilt, wenn

sie ein Bruttogehalt von derzeit mindestens 48.400 € (4.034 Euro monatlich) beziehungsweise
37.752 € (3.146 Euro monatlich) für Mangelberufe (Naturwissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure, Ärzte, akademische und vergleichbare Fachkräfte in der Informations- und Kommunikationstechnologie) erhalten,
Welche Berufe gefragt sind
Auflistung der reglementierten Berufe in der "anabin"-Datenbank
     (Hinweis: Rubrik 'Suche nach Stellen für Berufe'/Reglementierung)
Mangelberufe: Auszug aus der Internationalen Standartklassifikation der Berufe

  • die Bundesagentur für Arbeit (ZAV) stimmt der Erteilung des Aufenthaltstitels zu
    (nur in Fällen, in denen die Zustimmung erforderlich ist: Die Zustimmung der Arbeitsverwaltung ist für die Erteilung der Blauen Karte EU in der Regel nur dann erforderlich, wenn Sie keinen deutschen Hochschulabschluss besitzen und in einem Mangelberuf mit einem Jahresgehalt von mindestens 37.752 € beschäftigt sind.)
Darüber hinaus muss der Antragsteller die Regelerteilungsvoraussetzungen erfüllen.

Welche Vorteile bringt die Blaue Karte EU mit sich?  

  • Inhaber dieser Karte können bereits nach 33 Monaten hochqualifizierter Beschäftigung und Beitragszahlung in eine Altersversorgung eine Niederlassungserlaubnis erhalten. Wer über Deutschkenntnisse auf B1-Niveau verfügt, kann sogar schon nach 21 Monaten eine Niederlassungserlaubnis beantragen.
  • Ehegatten erhalten sofort uneingeschränkten Zugang zur Erwerbstätigkeit. Sie müssen zudem vor der Einreise keine deutschen Sprachkenntnisse nachweisen.
  • Inhaber der Blauen Karte EU und deren Familienangehörige können sich bis zu zwölf aufeinander folgende Monate außerhalb der EU-Staaten aufhalten, ohne dass ihr Aufenthaltstitel erlischt.
  • Wer bereits seit 18 Monaten im Besitz einer Blauen Karte EU ist, kann zur Aufnahme einer hochqualifizierten Tätigkeit visumsfrei in einen anderen EU-Staat einreisen und dort innerhalb eines Monats eine Blaue Karte EU für den anderen Mitgliedsstaat beantragen.

 

 
Notwendige Unterlagen:

Für die Beantragung der Blauen Karte EU werden nach der Einreise folgende Unterlagen benötigt:
  1. gültiger Pass
  2. ein aktuelles biometrietaugliches Passfoto (ein Fotoautomat befindet sich in der Ausländerbehörde)
  3. Hochschulzeugnis oder Hochschuldiplom (bei ausländischen Abschlüssen muss eine beglaubigte, deutsche Übersetzung und gegebenenfalls die förmliche Anerkennung vorgelegt werden)
  4. Mietvertrag oder Kaufvertrag mit Angabe der Quadratmeterzahl der Wohnung und der aktuellen Höhe der monatlichen Kosten für die Wohnung
  5. Arbeitsvertrag oder konkretes Arbeitsplatzangebot mit Gehaltsnachweis
  6. Krankenversicherungsnachweis
  7. Formular Stellenbeschreibung
    Nur wenn Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich (siehe Voraussetzungen)

Diese Auflistung ist nicht abschließend. Im Einzelfall kann darüber hinaus noch die Vorlage zusätzlicher Nachweise erforderlich sein.


Gebühren:

Die Gebühr für die Erteilung einer Blauen Karte EU als elektronischer Aufenthaltstitel beträgt 110 € (bis zu einem Jahr: 100 €).
Verlängerung bis zu drei Monaten: 65 €
Verlängerung um mehr als drei Monate: 80 €


Befristung der Erteilungsdauer

Die Blaue Karte EU wird bei erstmaliger Erteilung auf höchstens vier Jahre befristet. Beträgt die Dauer des Arbeitsvertrages weniger als vier Jahre, wird die Blaue Karte EU für die Dauer des Arbeitsvertrags zuzüglich dreier Monate ausgestellt.

Arbeitsplatzwechsel

Für jeden Arbeitsplatzwechsel ist in den ersten zwei Jahren der Beschäftigung die Erlaubnis durch die Ausländerbehörde erforderlich.

Familienangehörige von Inhabern einer Blauen Karte EU dürfen ohne Wartezeit uneingeschränkt in Deutschland arbeiten. Der Ehegattennachzug ist ohne den Nachweis deutscher Sprachkenntnisse oder anderer Integrationsmaßnahmen möglich.

Kann ich eine Niederlassungserlaubnis erhalten?  

Inhaberinnen und Inhaber einer Blauen Karte EU können eine Niederlassungserlaubnis erhalten, wenn sie

  • ihre Beschäftigung mindestens 33 Monate lang ausgeübt haben,

  • für diese Zeit Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in eine andere
    Versorgungseinrichtung mit vergleichbaren Leistungen gezahlt haben und

  • die folgenden weiteren Voraussetzungen erfüllen:
    - Ihr Aufenthalt gefährdet oder beeinträchtigt nicht die Interessen der Bundesrepublik
      Deutschland.
    - Sie dürfen eine Erwerbstätigkeit ausüben und besitzen dafür alle erforderlichen Erlaubnisse.
    - Sie haben ausreichende Deutschkenntnisse sowie Grundkenntnisse der
      deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung.
    - Sie haben ausreichend großen Wohnraum für sich und ihre Familie.

Wer Sprachkenntnisse der Stufe B1 nachweist und die übrigen Voraussetzungen erfüllt, kann die Niederlassungserlaubnis schon nach 21 Monaten Beschäftigung und Beitragszahlung erhalten.

Eine Erteilung ist ausgeschlossen
  • wenn im Heimatland des Antragstellers ein Mangel an qualifizierten Arbeitnehmern in der Berufsgruppe besteht oder
  • wenn der Antragsteller in Deutschland oder in einem anderen Mitgliedstaat ein humanitäres Aufenthaltsrecht (z.B. als Flüchtling) oder eine Duldung besitzt oder beantragt hat (Ausnahme
    § 23 Abs. 2 AufenthG)

 

EU-Richtlinie zur Einreise und zum Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen zur Ausübung einer hochqualifizierten Beschäftigung (Blaue Karte EU)

Die Richtlinie 2009/50/EG enthält umfassende Regelungen zur Zuwanderung von Drittstaatsangehörigen zur Ausübung einer hochqualifizierten Beschäftigung.

Hinweise zu wesentlichen Änderungen durch das Gesetz zur Umsetzung der
        Hochqualifizierten-Richtlinie (Bundesministerium des Innern)

Muster Blaue Karte EU:



Weitere Informationen:

bluecard-eu.de (FAQ - Informationen)
Die EU-Blue-Card: Idee, Ziele, Hoffnungen
Präsentation "Blaue Karte EU" der Bundesagentur für Arbeit

Links:
make-it-in-germany (Willkommensportal der Fachkräfteoffensive)
Research in Germany – Land of ideas

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
Netzwerk Blaue Karte EU
EURES Jobbörse der Europäischen Kommission
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Das Portal zur Fachkräfteoffensive

BQ-Portal Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen
Alumniportal-Deutschland

siehe auch:
Informationen zur Arbeitserlaubnis für Arbeitgeber
Informationen zum eAT für Arbeitgeber
Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte
Anerkennung ausländischer Abschlüsse (Beruf / Bildung)