Ausländerbehörde

Die Ausländerbehörden der Landkreise oder kreisfreien Städte
sind die für alle aufenthalts- und passrechtliche Maßnahmen und Entscheidungen nach dem Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet und nach Aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen in anderen Gesetzen zuständige Stelle. Sie sind damit auch erste Ansprechstelle für alle Fragen zu einem konkreten Einzelfall in diesen Bereichen.
Die örtliche Zuständigkeit für einen Ausländer ist nicht bundesgesetzlich geregelt, sondern beruht auf dem ergänzenden Landesrecht.
Verordnung über die Zuständigkeit der Ausländerbehörden (Hessen)

Aufenthaltsrecht - allgemeine Informationen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts leben in Deutschland über 6,9 Mio. Ausländer, davon fast 750 000 in Hessen (Stand: Ende 2011). Dies entspricht einem Anteil der ausländischen Bevölkerung in Hessen von 12 %. Fast alle diese Ausländer brauchen, von wenigen Ausnahmen wie z.B. des diplomatischen oder konsularischen Personals oder von Unionsbürgern abgesehen, einen Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland. Die Voraussetzungen hierfür sind aufgrund der umfangreichen und komplizierten Aufenthaltsrechtlichen Regelungen gänzlich unterschiedlich:

So können z.B. Staatsangehörige der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums (das sind die Angehörigen der EU-Mitgliedstaaten sowie Islands, Liechtensteins und Norwegens) problemlos ohne Visum einreisen und eine
Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausüben, während Ausländer mit anderer Staatsangehörigkeit für den gleichen Aufenthaltszweck für die Einreise ein Visum und für den anschließenden Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis brauchen. Staatsangehörigen von Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums dürfen die Einreise und der Aufenthalt zur Ausübung einer Beschäftigung grundsätzlich nur erlaubt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit der Ausübung der beabsichtigten Beschäftigung zugestimmt hat oder durch Rechtsverordnung (BeschV) bestimmt ist, dass die Ausübung der Beschäftigung ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zulässig ist. Viele ausländische Staatsangehörige können ohne Visum zu einem 3 Monate währenden Besuchsaufenthalt einreisen, während andere für jede Einreise, egal zu welchem Zweck, ein Visum benötigen.

Schon diese Beispiele zeigen, dass bei Aufenthaltsrechtlichen Fragen eine fachkundige Beratung unumgänglich ist, zumal neben den Bestimmungen des deutschen Aufenthaltsgesetzes eine Vielzahl weiterer Gesetze und Regelungen berücksichtigt werden muss, wie z.B. das Freizügigkeitsgesetz/EU oder Richtlinien und Verordnungen der Europäischen Union, bi- bzw. multilaterale Abkommen mit anderen Staaten wie Niederlassungs- und Handelsabkommen, das Schengener Durchführungsübereinkommen u.v.a.m.

Bitte denken Sie daran:
Für Aufenthaltsrechtliche Fragen und Entscheidungen im Bundesgebiet ist ausschließlich die Ausländerbehörde zuständig. Das ist die für den Wohnort des Ausländers zuständige Verwaltungsbehörde. Sie allein ist die aktenführende Behörde und somit in der Lage, fachkundig zu beraten, ggf. im konkreten Einzelfall Dritten Auskunft zu geben, soweit datenschutzrechtliche Gründe nicht entgegenstehen.

Schriftliche Entscheidungen der Ausländerbehörden sind gerichtlich anfechtbar. Zuständig sind die Verwaltungsgerichte. Der Rechtsweg ist in der sog.
Rechtsbehelfsbelehrung des Bescheids der Ausländerbehörde aufgezeigt. Die Aufsicht über die Ausländerbehörden üben die Regierungen aus.

Die Ausländerbehörden sind mit allgemeinen Informationen z.T. auch im Internet vertreten.
Ausländerbehörde für Stadt und Landkreis Kassel

weitere informative Seiten:
Ausländerbehörde Berlin
Ausländerbehörde München
Ausländerbehörde Düsseldorf